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Nein


Was soll dieses Leben eigentlich bringen. Für was soll es gut sein? Ich kann nicht zählen, wie oft ich mir diese Frage schon gestellt habe. Und ich komme zu keinem Ergebnis. Die verzweifelten Versuche, die Antwort bei anderen zu finden, indem ich sie frage, was sie glücklich macht, habe ich aufgegeben. Denn entweder sind die Antworten für mich keine nachvollziehbaren Gründe, Glück zu empfinden. Oder die Menschen fangen plötzlich an zu hadern und zu überlegen und dann habe ich das Gefühl, ich bin ein Unglück bringendes Monster, das jeden um sich herum mit sich in die Tiefe zieht. Menschen, die glücklich zu sein schienen, beginnen plötzlich darüber nachzudenken, dass ihnen all die vermeintlich schönen Dinge in ihrem Leben überhaupt nichts bringen und sie sich allein fühlen. Dann fühle ich mich schuldig, weil ich sie mit meinen Überlegungen darauf gestoßen habe. Natürlich waren diese Gedanken vor mir da. Aber anders als ich, sind die anderen Menschen um sie herum keine nach Fehlern stochernden Ungeheuer, die ihnen ihr bohrendes Messer von Fragen in den Bauch stecken und jeden Winkel ihrer Eingeweide damit absuchen um jeden noch so kleinen Zweifel hervorzulocken.

Den Menschen hält nur das Handeln am Leben. Das Ablenken vom Denken. Wenn der Mensch nämlich zu viel denkt, dann merkt er, dass dieser Segen sein eigentlicher Fluch ist. Wir besitzen immernoch unsere Instinkte. Leider aber können wir sie hinterfragen und alles mit einem Gut oder Schlecht bewerten. Tiere machen, was sie zum Überleben brauchen. Jagen, Fressen, Schlafen, Fortpflanzen. Der Mensch aber braucht für alles einen Grund. Er isst nicht aus Hunger, sondern aus Lust. Lust auf Geschmack. Und selbst bei dieser notwendigen Überlebensnotwendigkeit, stellt er sich in Wettbewerb. Wer kann am besten kochen? Wo kann ich am besten essen? Wer kann sich das beste Essen leisten? Schon wird jeder Mensch gezwungen, nach etwas zu streben, was überhaupt keinem Zweck dient. Genuss zu empfinden. Ohne den maximal erlebbaren Genuss ist das Leben plötzlich nicht mehr lebenswert.

Und natürlich ist es mit allen Dingen so. Man will von allem das Beste. Aber niemand weiß, warum. Was sind Gier und Neid? Anscheinend sind sie entstanden, damit der Mensch niemals zufrieden ist. Damit er sich weiter und weiter und weiter entwickelt. Aber zu was? Jeder Drang nach Verbesserung sollte doch eigentlich in einem Ergebnis münden. Warum aber kann der Mensch, egal, was er schon erreicht hat, niemals aufhören nach etwas zu streben? Warum will er immer mehr und mehr? Und wozu strebe ich überhaupt, wenn es doch nie in einem zufriedenstellendem Ergebnis endet? Oder gibt es das? Das Ziel? Nein. Es steht sogar überall geschrieben: „Der Weg ist das Ziel.“ Wir sind also zu unendlicher Unzufriedenheit gezwungen. Natürlich werden mir jetzt einige widersprechen und sagen „Aber so ist das doch nicht gemeint. Es bedeutet, man soll im Hier und Jetzt leben und die Dinge genießen, während man sie tut.“ Mit anderen Worten: Du sollst dich mit Handeln vom Denken abhalten. Weil das, was es dem Menschen ermöglicht, sein Leben schöner, bequemer und lebenswerter zu machen, das Denken, das ist, was sein Leben eigentlich zerstört. Glücklich sein bedeutet eigentlich, das, was den Menschen befähigt Mensch zu sein, zu verleugnen und permanent zu versuchen, auf die Stufe der Tiere zurückzukommen. Wahrnehmen, aber nicht bewerten. Handeln und nicht Denken. Das Pradoxon schlechthin.

Aber natürlich funktioniert es so nicht. Denn wer so leben würde, würde niemals überleben. Wir müssen also Denken! Wir müssen uns ja schließlich einen Plan machen, wie wir überleben. Das bedeutet lernen, arbeiten, Geld verdienen, vorsorgen. Und nichts ist beängstigender als der Gedanke an die Zukunft. Nichts schlimmer, als die Entscheidung für einen Beruf. Der Beruf ist heutzutage nicht mehr nur ein Mittel zum Geldverdienen. Der Beruf allein ist schon eine Wertung des Menschen. Gute und schlechte Berufe = gute und schlechte Menschen. Was um Himmels Willen ist der richtige Beruf für mich? Welche Berufe gibt es überhaupt? Was, wenn ich den richtigen Beruf für mich unter all den Berufen übersehe? Ist das schon das Beste, was ich haben kann? Kann ich irgendwo vielleicht mehr Geld verdienen? Oder macht mir ein anderer Beruf vielleicht mehr Spaß? Es gab eine Zeit, da ging es nur darum, mit einem Beruf Geld zu verdienen, damit man sich zu Essen leisten kann. Davor war der Beruf die Essensversorgung selbst. Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens mit Arbeit. Mit etwas, das uns auslaugt, so dass wir die Zeit, für die wir arbeiten, nicht nutzen können, weil wir schlicht zu müde sind.

Und damit soll ich zufrieden sein? Das soll mich dazu bringen, dankbar zu sein, am Leben zu sein? Die Tatsache, dass ich überhaupt in der Lage bin, für irgendetwas Dankbar zu sein? Nein, tut mir leid. Ich werde sicher niemandem dankbar dafür sein, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, in dem ich selbst mein größter Feind bin, weil ich in jeder Minute weiß, dass mein Leben besser sein könnte. Ein Leben, dass mir ermöglicht darüber nachzudenken, wie unfair das Leben ist. Wie ungerecht die Möglichkeiten für jeden Einzelnen verteilt sind. Ich werde niemals glücklich sein mit einem Leben als denkender Mensch.

Die einzigen Dinge, die mich nach etwas streben lassen, mich aber gleichzeitig vor Schmerz um den Verstand bringen, sind Dinge, die ich nicht haben kann. Und das ertrage ich nicht noch ein halbes Jahrhundert oder länger. Ich ertrage den Schmerz von Eifersucht und Neid nicht. Neid auf Dinge, die mich, wenn ich sie besitzen würde, nicht glücklich machen würden, sondern nur durch ihre Unerreichbarkeit kränken. Egal, ob Menschen, Erfolge, Ruhm, Geld. Sobald man es in Händen hält, verblasst der Glanz und man macht sich auf die Suche nach dem nächsten Schatz, solange, bis die ganze Welt ihren Glanz verloren hat.

Der Mann an meiner Seite, selbst der, der mir schlaflose Nächte bereitet vor Sehnsucht und Verlangen nach ihm. Irgendwann würde ich ihn kennen. Er würde sich in meinen Alltag einfügen, wie ein vergilbtes Bild an der Wand. Oder mich irgendwann nerven, so wie das Lied, dass ich tagelang in Endlosschleife gehört habe, weil es mich in einen Rausch aus Glücksgefühlen und Adrenalin versetzt hat. Irgendwann möchte ich jede Box zerschlagen, aus der auch nur 3 Takte dieses Lieds erklingen, weil ich es nicht mehr ertrage.

Egal, wo auf der Welt ich wäre – selbst wenn ich die Chance hätte, jeden Winkel der Erde zu betrachten. Irgendwann würde mich nichts mehr beeindrucken können. Irgendwann ist alles selbstverständlich oder vertraut. Es hätte keinen Einfluss auf mein Denken oder Fühlen. Es ist nur Luft und Wasser und Erde, überall ein wenig anders geformt und gefärbt. Jeden Morgen den Sonnenaufgang beobachten und dabei glücklich sein? Nein.

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Anscheinend ist es wirklich notwendig, gewisse Dinge an mir zu ändern, wenn ich nicht immer die gleichen Erfahrungen machen will. Und das größte dieser Dinge ist meine Offenheit. Ich schäme mich nicht für das, was ich tue und denke. Zumindest zum Großteil nicht. Natürlich bin ich insgesamt nicht stolz darauf, dass ich arbeitslos und antriebslos bin. Aber ich weiß, warum es so ist und es macht mir nichts aus, es zu erzählen. Aber leider verschreckt es die Menschen, die ich kennenlerne. Und daraus resultiert ein ewiger Kreislauf aus Abweisung und steigender Unsicherheit. Einerseits möchte ich so akzeptiert werden, wie ich bin. Aber andererseits komme ich mit der Ablehnung nicht zurecht, wenn ich ehrlich zu anderen bin. Es wollen eben alle nur die fröhliche Maske an einem sehen. Meistens, weil sie selbst nach jemandem suchen, der sie aufbaut und antreibt. Jemanden, der sie noch weiter runterzieht kann keiner gebrauchen.

Das Problem ist nur, dass man sich nicht ewig verstellen kann und vielleicht erfährt man die Ablehnung lieber am Anfang, als dann, wenn einem schon zu viel an jemanden liegt. Andererseits würde jemand vielleicht bleiben, wenn er erst die ganzen guten Dinge kennenlernt und es dann nicht so bereitwillig wegwerfen wollen.

Ich weiß nicht, welcher der richtige Weg ist. Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann einfach keine schlechten Dinge mehr über mich erzählen kann, weil ich irgendwann „gesund“ bin.

Allein


Eigentlich war das Schreiben immer etwas, das mir geholfen hat. Die Aufmerksamkeit fremder oder auch bekannter Menschen und deren Verständnis und Zuspruch haben mich – wenigstens für einen Moment – aufgebaut.

Leider ist mir das abhanden gekommen. So viele Menschen schreiben über die immer gleichen Gedanken und Probleme und ich frage mich immer häufiger, was es  bringt, meine Gedanken da noch unterzumischen. Einige Leute versuchen damit sogar ihren Unterhalt als selbst ernannte Journalisten zu verdienen. Und deswegen gibt es auch immer mehr Internetmagazine, die sich mit der immer gleichen Problematik beschäftigen: „Was soll ich aus meinem Leben machen?“ „Wie soll ich die große Liebe finden?“ „Wie erhalte ich meine Beziehung aufrecht?“ „Wie werde ich allein glücklich?“…
Und wie in jedem Lebensbereich frage ich mich „Wozu soll ich dann auch noch?“

Also versuche ich anstatt zu bloggen, allein mit meinen Problemen klarzukommen. Mache entweder etwas Gutes für mich und mache Sport oder koche. Versuche unter Menschen zu kommen. Oder ich greife zu Zigaretten und Alkohol und verkrieche mich in meinem Bett. Hin und wieder schaue ich mir andere Facebook- oder Instagramprofile an und versuche mein eigenes Leben nach deren Vorbild für andere interessant und aufregend darzustellen. Aber dann drängt sich mir die Frage auf „Unterscheide ich mich überhaupt von anderen, oder bin ich nur ein Abklatsch und eine Mischung aus allem, was mir bei anderen gefällt?“.

All diese Artikel über die Probleme der heutigen Gesellschaft lassen mich noch kleiner und noch unbedeutender fühlen. Wenn sich ich nichtmal meine Gedanken von denen anderer unterscheiden, was macht mich dann noch aus? Und statt verstanden oder mit anderen verbunden fühle ich mich noch einsamer, weil mir klar wird, dass alle allein sind. Jeder kämpft für sich allein. Die einen haben Glück und finden jemanden, der sie dabei begleitet. Aber mehr ist es auch nicht. Wir werden von Menschen begleitet, die ihre eigenen Probleme haben. Und wir begleiten sie.

Also versuche ich mich bewusst unabhängig von allem zu machen. Von Dingen, von Beschäftigungen und von Menschen. Weil das alles Ablenkungen vom Wesentlichen sind: von mir. Ich muss mit mir selbst leben. Auch ohne Arbeit, ohne Beschäftigung und ohne Gesellschaft. Einfach sein.

Niemand findet wirklich einen Zugang zu mir. Keiner versteht mich richtig. Und Schuld bin ich selbst. Ich baue eine Mauer um mich herum, die trotz aller Versuche, auszubrechen, immer größer wird. Meine engen Freunde werden immer weniger. Einige habe ich durch meine Paranoia schon vertrieben und der Gedanke, bis an mein Lebensende allein zu bleiben, wiegt immer schwerer. Und indem ich aufhöre darüber zu sprechen, versuche ich mich daran zu gewöhnen und darauf vorzubereiten.

Mit meinen Gedanken über das Leben könnte ich ganze Bücher füllen. Aber wozu sollte ich das versuchen – es gibt ja bereits hunderte davon. Also sitze ich schweigend in meinem Bett und spiele Handyspiele, bis ich müde genug bin zu schlafen. Um am nächsten Morgen wieder aufzustehen und zu versuchen mein Leben schweigend und pflichtbewusst, wie ein Roboter fortzuführen. Ohne mich darüber zu äußern. Und irgendwann vielleicht sogar ohne darüber nachzudenken. Vielleicht bin ich dann ja so etwas wie zufrieden.

Auf die Freundschaft!


Die Krankheit hat mal wieder gewonnen. Oder ich verloren. Oder vielleicht sind Freunde einfach nicht das, was ich darunter verstanden habe. Ich dachte, Freunde beziehen einen mit ins Gespräch, wenn man daneben steht. Ich dachte auch, Freunde sehen, wenn man allein in der Ecke steht. Und ich dachte, Freunde würden bemerken, dass man über eine halbe Stunde auf dem Toilettenboden liegt. Geschweige denn, dass jemand fragt, wo man ist, wenn man nach nur knapp 2 Stunden unauffindbar ist, weil man sich schon auf dem Heimweg befindet. Tja, ich Dummerchen. Stattdessen reden Freunde mit allen anderen und fragen am nächsten Tag, warum man denn so früh weg war.

Muss mich wohl entschuldigen, dass ich so eine naive Vorstellung von Freunden hatte.

Keine Ruhe


Es ist niemand da. Man denkt immer, es gibt so viele Menschen, die für einen da sind. Aber in diesen Momenten ist nie jemand da. Nicht, dass man in diesen Momenten jemanden um sich haben wöllte, aber es ist der einzige mögliche Schutz vor sich selbst. Denn es wird immer schwerer, nicht auf sich selbst zu hören und die inneren Stimmen zu ignorieren. Natürlich müsste man sich Hilfe suchen. Aber man will keine Hilfe, sondern dass es aufhört. Dass alles endlich aufhört. Keine Gedanken mehr, keine Gefühle mehr, keine Aufgaben mehr. Einfach Ruhe. Es ist verdammt schwer, dabei noch an all die anderen zu denken, denen man weh tun würde, wenn es in einem so laut schreit, dass man kaum noch etwas anderes um sich herum wahrnehmen kann.

Alles in mir schreit und tut so höllisch weh. Die kleinen Schnitte können das nicht mehr ausgleichen. Die Ventile sind einfach zu klein. Ich brauche den großen Schnitt, das große Ventil, dass alles aus mir rauslässt bis Ruhe einkehrt.


Entweder bin ich ein sehr böser oder ein sehr kranker Mensch, aber ich wünschte, ihr würdet alle während eurer glücklichen Momente an Herzversagen sterben. Dann wäre ich irgendwann wirklich so allein, wie ich mich fühle. Und weil mir dann keiner mehr böse sein kann, könnte ich mich endlich umbringen. ZACK – Problem erledigt.

Lasst mich in Ruhe!


Ich bin nicht euer verdammtes Trospflaster, euer Spielbrett oder sonst irgendwas, womit ihr euch zwischendurch beschäftigen könnt, bis ihr eure Traumfrau findet! Lasst mich gefälligst in Ruhe, wenn ihr gerade eine Trennung hinter euch habt, keine Beziehung wollt oder überhaupt nur irgendwas mit Sex. Lasst gefälligst die Finger von mir, wenn ihr mich nicht wollt!

Was meint ihr, wie oft ein Mensch es ertragen kann, abgelehnt zu werden? Wie oft er es schafft, eine Enttäuschung zu verarbeiten? Wie oft man benutzt werden kann, bis man jegliches Vertrauen verliert – an erster Stelle das in sich selbst? Ich kann mittlerweile nicht mehr zählen, wie oft ich es schon hingenommen habe. Aber irgendwann werde ich das nicht mehr können und irgendwann werdet ihr dann auf meiner Beerdigung erzählen können, was für ein toller Mensch ich war, und wie hübsch und wie lustig. Eben das, was ihr mir immer erzählt habt, bevor ihr mich sitzen gelassen habt. Aber ich werde es dann nicht mehr hören. Weil ich es nicht mehr will.