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Anscheinend ist es wirklich notwendig, gewisse Dinge an mir zu ändern, wenn ich nicht immer die gleichen Erfahrungen machen will. Und das größte dieser Dinge ist meine Offenheit. Ich schäme mich nicht für das, was ich tue und denke. Zumindest zum Großteil nicht. Natürlich bin ich insgesamt nicht stolz darauf, dass ich arbeitslos und antriebslos bin. Aber ich weiß, warum es so ist und es macht mir nichts aus, es zu erzählen. Aber leider verschreckt es die Menschen, die ich kennenlerne. Und daraus resultiert ein ewiger Kreislauf aus Abweisung und steigender Unsicherheit. Einerseits möchte ich so akzeptiert werden, wie ich bin. Aber andererseits komme ich mit der Ablehnung nicht zurecht, wenn ich ehrlich zu anderen bin. Es wollen eben alle nur die fröhliche Maske an einem sehen. Meistens, weil sie selbst nach jemandem suchen, der sie aufbaut und antreibt. Jemanden, der sie noch weiter runterzieht kann keiner gebrauchen.

Das Problem ist nur, dass man sich nicht ewig verstellen kann und vielleicht erfährt man die Ablehnung lieber am Anfang, als dann, wenn einem schon zu viel an jemanden liegt. Andererseits würde jemand vielleicht bleiben, wenn er erst die ganzen guten Dinge kennenlernt und es dann nicht so bereitwillig wegwerfen wollen.

Ich weiß nicht, welcher der richtige Weg ist. Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann einfach keine schlechten Dinge mehr über mich erzählen kann, weil ich irgendwann „gesund“ bin.

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Allein


Eigentlich war das Schreiben immer etwas, das mir geholfen hat. Die Aufmerksamkeit fremder oder auch bekannter Menschen und deren Verständnis und Zuspruch haben mich – wenigstens für einen Moment – aufgebaut.

Leider ist mir das abhanden gekommen. So viele Menschen schreiben über die immer gleichen Gedanken und Probleme und ich frage mich immer häufiger, was es  bringt, meine Gedanken da noch unterzumischen. Einige Leute versuchen damit sogar ihren Unterhalt als selbst ernannte Journalisten zu verdienen. Und deswegen gibt es auch immer mehr Internetmagazine, die sich mit der immer gleichen Problematik beschäftigen: „Was soll ich aus meinem Leben machen?“ „Wie soll ich die große Liebe finden?“ „Wie erhalte ich meine Beziehung aufrecht?“ „Wie werde ich allein glücklich?“…
Und wie in jedem Lebensbereich frage ich mich „Wozu soll ich dann auch noch?“

Also versuche ich anstatt zu bloggen, allein mit meinen Problemen klarzukommen. Mache entweder etwas Gutes für mich und mache Sport oder koche. Versuche unter Menschen zu kommen. Oder ich greife zu Zigaretten und Alkohol und verkrieche mich in meinem Bett. Hin und wieder schaue ich mir andere Facebook- oder Instagramprofile an und versuche mein eigenes Leben nach deren Vorbild für andere interessant und aufregend darzustellen. Aber dann drängt sich mir die Frage auf „Unterscheide ich mich überhaupt von anderen, oder bin ich nur ein Abklatsch und eine Mischung aus allem, was mir bei anderen gefällt?“.

All diese Artikel über die Probleme der heutigen Gesellschaft lassen mich noch kleiner und noch unbedeutender fühlen. Wenn sich ich nichtmal meine Gedanken von denen anderer unterscheiden, was macht mich dann noch aus? Und statt verstanden oder mit anderen verbunden fühle ich mich noch einsamer, weil mir klar wird, dass alle allein sind. Jeder kämpft für sich allein. Die einen haben Glück und finden jemanden, der sie dabei begleitet. Aber mehr ist es auch nicht. Wir werden von Menschen begleitet, die ihre eigenen Probleme haben. Und wir begleiten sie.

Also versuche ich mich bewusst unabhängig von allem zu machen. Von Dingen, von Beschäftigungen und von Menschen. Weil das alles Ablenkungen vom Wesentlichen sind: von mir. Ich muss mit mir selbst leben. Auch ohne Arbeit, ohne Beschäftigung und ohne Gesellschaft. Einfach sein.

Niemand findet wirklich einen Zugang zu mir. Keiner versteht mich richtig. Und Schuld bin ich selbst. Ich baue eine Mauer um mich herum, die trotz aller Versuche, auszubrechen, immer größer wird. Meine engen Freunde werden immer weniger. Einige habe ich durch meine Paranoia schon vertrieben und der Gedanke, bis an mein Lebensende allein zu bleiben, wiegt immer schwerer. Und indem ich aufhöre darüber zu sprechen, versuche ich mich daran zu gewöhnen und darauf vorzubereiten.

Mit meinen Gedanken über das Leben könnte ich ganze Bücher füllen. Aber wozu sollte ich das versuchen – es gibt ja bereits hunderte davon. Also sitze ich schweigend in meinem Bett und spiele Handyspiele, bis ich müde genug bin zu schlafen. Um am nächsten Morgen wieder aufzustehen und zu versuchen mein Leben schweigend und pflichtbewusst, wie ein Roboter fortzuführen. Ohne mich darüber zu äußern. Und irgendwann vielleicht sogar ohne darüber nachzudenken. Vielleicht bin ich dann ja so etwas wie zufrieden.

Auf die Freundschaft!


Die Krankheit hat mal wieder gewonnen. Oder ich verloren. Oder vielleicht sind Freunde einfach nicht das, was ich darunter verstanden habe. Ich dachte, Freunde beziehen einen mit ins Gespräch, wenn man daneben steht. Ich dachte auch, Freunde sehen, wenn man allein in der Ecke steht. Und ich dachte, Freunde würden bemerken, dass man über eine halbe Stunde auf dem Toilettenboden liegt. Geschweige denn, dass jemand fragt, wo man ist, wenn man nach nur knapp 2 Stunden unauffindbar ist, weil man sich schon auf dem Heimweg befindet. Tja, ich Dummerchen. Stattdessen reden Freunde mit allen anderen und fragen am nächsten Tag, warum man denn so früh weg war.

Muss mich wohl entschuldigen, dass ich so eine naive Vorstellung von Freunden hatte.

Keine Ruhe


Es ist niemand da. Man denkt immer, es gibt so viele Menschen, die für einen da sind. Aber in diesen Momenten ist nie jemand da. Nicht, dass man in diesen Momenten jemanden um sich haben wöllte, aber es ist der einzige mögliche Schutz vor sich selbst. Denn es wird immer schwerer, nicht auf sich selbst zu hören und die inneren Stimmen zu ignorieren. Natürlich müsste man sich Hilfe suchen. Aber man will keine Hilfe, sondern dass es aufhört. Dass alles endlich aufhört. Keine Gedanken mehr, keine Gefühle mehr, keine Aufgaben mehr. Einfach Ruhe. Es ist verdammt schwer, dabei noch an all die anderen zu denken, denen man weh tun würde, wenn es in einem so laut schreit, dass man kaum noch etwas anderes um sich herum wahrnehmen kann.

Alles in mir schreit und tut so höllisch weh. Die kleinen Schnitte können das nicht mehr ausgleichen. Die Ventile sind einfach zu klein. Ich brauche den großen Schnitt, das große Ventil, dass alles aus mir rauslässt bis Ruhe einkehrt.


Entweder bin ich ein sehr böser oder ein sehr kranker Mensch, aber ich wünschte, ihr würdet alle während eurer glücklichen Momente an Herzversagen sterben. Dann wäre ich irgendwann wirklich so allein, wie ich mich fühle. Und weil mir dann keiner mehr böse sein kann, könnte ich mich endlich umbringen. ZACK – Problem erledigt.

Lasst mich in Ruhe!


Ich bin nicht euer verdammtes Trospflaster, euer Spielbrett oder sonst irgendwas, womit ihr euch zwischendurch beschäftigen könnt, bis ihr eure Traumfrau findet! Lasst mich gefälligst in Ruhe, wenn ihr gerade eine Trennung hinter euch habt, keine Beziehung wollt oder überhaupt nur irgendwas mit Sex. Lasst gefälligst die Finger von mir, wenn ihr mich nicht wollt!

Was meint ihr, wie oft ein Mensch es ertragen kann, abgelehnt zu werden? Wie oft er es schafft, eine Enttäuschung zu verarbeiten? Wie oft man benutzt werden kann, bis man jegliches Vertrauen verliert – an erster Stelle das in sich selbst? Ich kann mittlerweile nicht mehr zählen, wie oft ich es schon hingenommen habe. Aber irgendwann werde ich das nicht mehr können und irgendwann werdet ihr dann auf meiner Beerdigung erzählen können, was für ein toller Mensch ich war, und wie hübsch und wie lustig. Eben das, was ihr mir immer erzählt habt, bevor ihr mich sitzen gelassen habt. Aber ich werde es dann nicht mehr hören. Weil ich es nicht mehr will.

Die unsichere Narzisstin


Ich erzähle euch heute ein wenig über meine kombinierte Persönlichkeitsstörung. – Richtig: Wenn ihr die Nase voll habt, von Situationsberichten, Rumgeheule und Mitleidsgehasche, dann könnt ihr diesen Artikel jetzt schließen.

Für alle anderen bringe ich zunächst einmal ein wenig Sex in die Sache: Ich befinde mich nämlich soeben in der Badewanne. Genau genommen, nehme ich ein Erkältungsbad, schwitze, wie ein Schwein und langweile mich. Aber immerhin – ich bin nackt. #NichtDafür

Kombinierte Persönlichkeitsstörung. Da sagt der Name schon viel, aber doch kann das alles Mögliche sein. Es gibt geschätzt wahrscheinlich an die hundert Arten von Persönlichkeitsstörungen. Denn es ist nicht, wie viele verwechseln, immer eine Schizophrenie oder Psychose. Nein – eine Persönlichkeitsstörung beginnt viel bescheidener.

Vor einer Diagnose erfolgt zunächst einmal die Diagnostik. Das bedeutet, knapp 300 Fragen in mehreren Fragebögen beantworten, 2 bis 5 Gespräche zu verschiedenen Lebensbereichen führen und am Ende bekommt man, wie bei einer Prüfung, sein Ergebnis mitgeteilt und ausgewertet.

Klingt nach Arbeit – ist aber erst die Vorstufe zur wirklichen Arbeit. Wobei ich sagen muss, dass einen so eine Diagnose, trotz vorheriger Erwartungen, bereits ziemlich umhauen kann.
– Womit ich auch nicht gerechnet hätte! Denn, passend zu meiner Diagnose (oder vielleicht auch völlig normal), wäre ich von einer weniger katastrophalen Nachricht wohl äußerst enttäuscht gewesen.

Meine Diagnose lautete nun also: Rezidivierende (wiederkehrende) Depression und kombinierte narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Narzisst? – Autsch! Natürlich musste ich mir eingestehen, dass es so sein muss. Es aber von jemand anderem zu hören war..  nun, es fühlte sich ein wenig an, wie ertappt zu werden. Denn dieser Teil meiner Persönlichkeit spielt sich wirklich nur in meinem Inneren ab und es dürfte niemanden in meinem näheren Umfeld geben, der mich einen Narzissten nennen würde. Die meisten würden mich nicht mal für besonders egoistisch halten. Bin ich aber. Und eben mehr als das.

Definition ‚Narzisst‘ (Quelle: der Einfachheit halber Wikipedia):

Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen[12]. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ ist Narzissten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mich für diese Diagnose geschämt habe?

Nun habe ich aber inzwischen gelernt, dass man eine narzisstische Persönlichkeitsstörung nicht als das Gleiche, wie einen Narzissten im umgangssprachlichen Gebrauch verstehen darf.

Auszug aus einer Erklärung der ’narzisstischen Persönlichkeitsstörung‘ (Quelle: http://www.narzissmus.net/?p=215):

[ein] Mensch[en], dessen Umwelt und Partner ihm hauptsächlich als Lieferanten narzisstischer Bestätigung dienen. Selbstverstärker wie Labels, Luxus, Statussymbole und Besitz federn sein labiles Ego ab. Werden andere Menschen als zurückweisend wahrgenommen, ist es meist der narzisstische Charakter selbst, der andere abweist. Eher ist er dazu bereit, sich einzuigeln und sich sogar selbst zu verletzen, als sein grandioses Selbst aufzugeben.
Seine Maxime “Ich brauche andere nicht” ist immer von der Klage begleitet: “Keiner liebt mich.”
Narzissmus-Patienten lassen sich mangels eines inneren Prinzips von Stimmungen, von Sinneseindrücken und vom Zufall eher leiten als von eigenen Plänen. Ihre Depressionen und Ängste, ihre Antriebslosigkeit und das zwanghafte, ängstliche Kreisen um die eigene Person steigern sich im schlimmsten Fall zu selbstzerstörerischen Handlungen, wie Essensverweigerung, Drogensucht oder Selbstmordversuchen.

Um euch das mal mit meinen Worten anhand meiner Gedanken zu erläutern:
Ich kann die Fragen, die in etwa lauten „Haben Sie das Gefühl, dass andere Sie wegen Ihres Aussehens beneiden?“ und „Finden Sie sich abstoßend?“ beide mit ‚ja‘ beantworten, ohne dabei zu lügen.

Und im Grunde ist das der ganze Kern dieser Störung. Und wenn ihr mich fragt, sagt er einfach nur aus, dass ich ziemlich Banane bin!

Aber was soll ich machen? Ich fühle beide Antworten gleichermaßen. Ich kann nicht nur eins von beidem empfinden. Ich kann es nacheinander und sogar zeitgleich empfinden. Im Grunde glaube ich, finde ich mich gar nicht wirklich beneidenswert – ich hoffe nur anhand der Reaktionen, die ich von anderen bekomme, dass ich es vielleicht bin. Wobei ich, wenn es um bestimmte Fähigkeiten, Talente o.ä. geht, schon des öfteren überzeugt bin, sie zu besitzen. Und dann bin ich über die Maßen enttäuscht, wenn wieder jemand anderes gelobt wird und im Mittelpunkt steht, wo ich es doch verdient hätte. Aber habe ich das? Ist es nicht nur meine subjektive Wahrnehmung, dass ich gut bin? Bin ich vielleicht gar nicht gut?
Und hübsch? Nein. Ich finde mich – und das meine ich ganz ehrlich – nicht hübsch!
Und immer, wenn mir jemand sagt, ich wäre hübsch, möchte ich ihn schlagen, weil er mich daran erinnert, dass ich mich selbst hässlich fühle. Warum? Weil ich eben einfach nicht meinem eigenen Ideal entspreche. Um genau zu sein, meinen Idealen. Und die sind teilweise so gegensätzlich, dass ich denen auch gar nicht entsprechen kann. Mein Verstand ist durchaus in der Lage, das zu verstehen. Aber leider kann ich das, was ich empfinde – den Neid, die Enttäuschung, die Abscheu, nicht abstellen.

Wenn ich mich dann also in meiner Spirale aus Abscheu, Neid und Traurigkeit über fehlende Bewunderung und Anerkennung befinde, wünsche ich mir einfach nur, „gesund“ zu sein. Nicht mehr denken zu müssen und endlich aus dem tiefsten Inneren heraus Spaß und Freude zu empfinden und nicht damit beschäftigt zu sein, darüber nachzudenken, ob mich nun jemand toll findet bei dem, was ich mache, oder nicht. Denn immer, wenn ich mich bei diesem Wunsch erwische, hasse ich mich.

Warum ich mich als krank ansehe, wo doch alle Menschen solche Gefühle genauso kennen? Wegen der Menge. Es heißt ja bekanntlich, die Masse macht das Gift. Und so ist es auch hier. Dass jeder mal an sich zweifelt, sich nicht mag, überlegt, was andere von ihm halten, ist wahrscheinlich normal. Es permanent zu empfinden und sein Leben danach auszurichten – also Situationen oder Menschen deswegen zu meiden – das ist nicht normal. Das ist „krank“. Deswegen spreche ich davon, gesund sein zu wollen. Ich will nicht mehr von meinen Gedanken eingeschränkt werden.
Aber wie ich schon sagte: Die Diagnose ist nur der erste Schritt vor der eigentlichen Arbeit.