Archive | Mai 2013

Bis hierhin


Ich könnte sagen, es ist alles gut und ich würde nicht einmal lügen. Objektiv gesehen ist es sogar sehr gut.

Aber kaum ist da jemand, der einen vermeintlich nicht leiden kann, oder den jemand anderes vermeintlich besser leiden kann, als mich und dem es vermeintlich besser geht als mir, ist Polen offen. Warum kratzt mich das, wenn doch mit meinem Leben alles in Ordnung ist? Ich entscheide mich doch schließlich bewusst für die Dinge, die ich tue, oder nicht tue. Und an für sich bereue ich sie auch nicht. Aber warum steigen mir Wuttränen in die Augen, wenn ich sehe, dass andere, mit denen ich bewusst nichts unternehmen wollte, anscheinend so mordsmäßig Spaß hatten?
Wahrscheinlich will ich einfach nur nicht ausgeschlossen sein. Wie armselig. Ich muss doch akzeptieren können, dass es Menschen gibt, die mich nicht in ihrem Leben haben wollen, ohne daran zu zerbrechen. Es ist doch ganz natürlich. Warum nicht für mich? Warum ist es für mich eine Katastrophe? Warum muss ich anderen etwas beweisen? Es reicht doch, wenn ich weiß, dass es mir gut geht. Wenn die Leute, mit denen ich Spaß habe, es wissen. Warum sollen Menschen, die es wahrscheinlich nicht einmal interessiert, wie es mir geht, wissen, dass es mir gut geht? Oder auch schlecht. Was habe ich davon, wenn sie wissen, dass ich ein geniales Wochenende verbracht habe? Sollen sie neidisch sein? Wozu?

Mein Leben läuft gut. Ich habe meinen Job, steuere auf einen besseren Vertrag und eine bessere Wohnung zu. Ich habe genau die Freunde, die ich will. Soweit bis hierhin.
Aber bis ich mich selbst mag, unabhängig von anderen und deren Meinung, bis dahin ist es noch ein verdammt langer Weg.

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