Archive | April 2013

SMS


Ich hasse dich! Und alle anderen. Ihr nehmt euch einfach das Recht raus, mich „zu beschützen“ und mir Vorwürfe zu machen, dass ich alle verletze! Wer denkt denn an MICH? Dass ihr, statt mich zu beschützen, alles nur schlimmer macht für mich? Wenn ich dieses Leben nun mal nicht will, weil ich es nicht KANN! Ich kann’s nicht!! Es ist zu schwer. Und es macht mir keinen Spaß. Es macht mir eine verschissene Angst. Unfälle, Menschen, die andere Menschen foltern, Leute, die unsägliche Qualen erleiden müssen, die Angst vor Krieg, die Angst vor’m Versagen. Die Angst vor Armut. Und die Angst vor anderen Menschen, die einen immer wieder enttäuschen und verletzen. „HAHA, man bist du fett! Ey, Eule, sollte das n Oberarm oder n Oberschenkel werden?“ „Na du geile Sau – dich würd ich ja gern ma ficken, wer du bist interessiert mich aber’n scheiß. Das verrat ich dir natürlich nich, wirste schon merken.“ „Ich liebe dich, aber natürlich nicht für immer. Irgendwann finde ich nämlich ne andere, die viel besser ist als du. Du bist nämlich ziemlich gestört.“

Ich gehör hier einfach nicht her! Ich kann nicht mal Fahrrad fahren ohne Todesangst. Oder Auto fahren. Ich kann nicht Volleyball spielen, ohne Paranoia. Ich bin mir sicher, dass der ganze Verein über mich lacht! Wie eingebildet und dumm ich bin, dass ich dachte, ich könnte spielen!

Ich kann nicht jeden Tag Angst haben, dass ich einen Anruf bekomme, mein Opa oder meine Oma ist was passiert. Ich kann nicht dauernd Angst haben, dass meiner Mutti was passiert. Ich werde verrückt vor Angst!

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Mama


Mama,

ich habe als Küken nie richtig das Fliegen gelernt. Und nun bin ich ein Mal zu oft auf die Nase gefallen…

Ich hab dich sehr lieb, für immer!

Kein Titel


Es ist unfair. So viele Menschen wollen leben, aber sind krank und kämpfen um ihr Leben. Weil sie es wollen! Sie lieben es. Und ich… Ich will’s nicht haben. Ich will nicht leben. Aber ich muss hier bleiben. Keiner erlaubt mir, zu gehen, weil ich den Menschen um mich herum undenkbar große Schmerzen zufügen würde. Aber ich habe auch Schmerzen. Ich leide. Aber niemand erlaubt mir, es zu beenden. Vielleicht erlaubt es mir auch die Angst nicht. Die Angst vor Schmerzen und Konsequenzen. Niemals könnte ich einen Versuch als Hilfeschrei machen. Niemals will ich mich jemandem gegenüber rechtfertigen müssen für etwas, das keiner verstehen kann. Und trotzdem sind die Tabletten in meinem Kopf. Und die höllischen Kopfschmerzen. „Ich hatte nur solche Kopfschmerzen und die Tabletten haben nicht geholfen, da hab ich immer mehr genommen.“ Ich hab wahrscheinlich gar nicht genügend Tabletten da, um es endgültig zu machen.

Ich will nicht, dass morgen die Sonne aufgeht. Ich will, dass die Sonne nie wieder aufgeht. Ich will nie wieder aufstehen und etwas tun müssen, das ich nicht will. Mich waschen, wozu? Es ist nervig, es ist anstrengend. Aber ich kann ohne nicht raus. Also bleibe ich drin. Ich muss ja vielleicht gar nicht essen. Ich bin eh zu dick. Vielleicht könnte ich einfach verhungern? Liegen bleiben, schlafen, um nichts denken und fühlen zu müssen, bis es vorbei ist. Aber wieder sind da Menschen, die das nicht zulassen würden. Sie würden mich in ein Krankenhaus bringen, zwangs ernähren und mich dafür hassen, dass ich dieses Leben nicht will.
Ein Leben, in dem es mich anstrengt, schöne Dinge zu unternehmen, mich zu amüsieren, mit Menschen zusammen zu sein. Ein Leben, in dem ich ständig darauf warte, dass eine schöne Sache vorbei ist und ich wieder allein sein und davon träumen kann, jemand anders zu sein.
Ständig sind da Menschen, die sich sorgen und wissen wollen, wie es mir geht. Und die enttäuscht sind, immer wieder zu hören, dass es nicht besser ist.
Das viele Denken ist so anstrengend. Ich will schlafen. Für immer schlafen.