Archive | Februar 17, 2011

Irgendwo zwischen überfordert, enttäuscht und gelangweilt…


Es gibt genau eine Person, die mich versteht und mir nichts vorwirft, was ich falsch mache. Die Verständnis hat für Dinge, die ich „ertragen“ muss, mit denen ich irgendwie zurechtkommen muss, die andere nicht sehen oder einfach nicht nachvollziehen können. Sie bemitleidet mich deswegen keineswegs, sie sagt mir aber, dass ich es toll mache, wie ich damit umgehe. Und sie sagt mir, was ich machen kann – und irgendwie auch nicht. Irgendwie weiß ich es selbst und sie weiß, dass ich im Moment nicht alles so schaffe, wie ich es will und sagt mir, dass es ok ist. Es ist ok, kleine Schritte zu machen.
Alle anderen scheinen diese Geduld nicht zu haben. Sie scheinen nicht zu verstehen, wie viel Kraft mich ein für sie normaler Tagesablauf kostet. Der Kopf will, aber der Körper schafft es nicht und sagt „ich will schlafen, frag mich morgen wieder“. Ich kann dagegen ankämpfen, aber wirklich effektiv nutzen kann ich die Zeit nicht, denn auch der Kopf streikt nach einer Weile. Tausend Gedanken, die auf mich zu rasen und ich kann die Information einfach nicht ordnen. In meinem Kopf herrscht Chaos und gleichzeitig ist da eine Leere, die nichts ausfüllen kann. Es ist, als würde mir etwas fehlen, ein entscheidendes Puzzleteil, das so winzig ist, dass ich es übersehe, aber dabei so wichtig, dass es mein Leben vollständig machen würde. Ich suche es in Aufgaben. In Dingen, die ich erledigen muss und kurzzeitig ist es, als ob es in Ordnung wäre. Aber sobald ich etwas fertig habe, stehe ich vor der riesigen Mauer mit der Aufschrift „Anfang deines richtigen Lebens“, die ich einfach nicht überwinden kann. Manchmal gelingt es mir, mit kurzen Sprüngen einen Blick auf die andere Seite zu erhaschen und ich weiß, was ich tun kann. Aber dann kommt etwas Unvorhergesehenes und setzt noch einen weiteren Ziegel auf die Mauer.

Viele fragen sich, was mit mir los ist, wo ich bin. Denn bei ihnen bin ich selten.
Ich bin bei mir. Einfach nur bei mir. Und es tut gut! Aber ich bin auch einsam… Mir fehlt ein Mensch, den ich anschauen kann und der genau sieht, wie es mir geht, ohne dass ich reden muss. Der jedes Detail meines Lebens kennt, dem ich nichts erklären muss und der weiß, was ich brauche, wenn etwas passiert. Aber davor, diesen Menschen zu suchen, habe ich mehr Angst, als vor all diesen schlimmen Sachen, die sich „Bürokratie“, „Behörden“ „Arbeit“, „Geld“ … nennen. Denn die können mich ablehnen – aber treffen sie mich damit nicht ins Herz. Kurzzeitig können sie mich zwar verunsichern, aber ich kann an ihren Aufgaben wachsen, denn ich bin bei ihnen kein Mensch, sondern nur eine „Sache“, die bearbeitet wird. Dieser Mensch, jedoch, würde sehen, wie menschlich ich bin und wie fehlerbehaftet. Dass ich nach dem Aufstehen alles andere als Hübsch aussehe, dass ich Angst habe, mehr als alles andere, ihn zu verlieren, ihm nicht zu genügen, ihm nicht gerecht zu werden, falsch zu handeln, falsche Entscheidungen zu treffen. Dass ich manchmal faul bin und pessimistisch. In manchen Dingen. Erstmal! Denn dann kommen meine guten Seiten. Aber bisher hat keiner Interesse daran, die zu sehen und überhaupt bis zu diesen vorzudringen. Manchmal ist es deren Schuld, und manchmal meine. Für die einen bin ich die Unnahbare, an die einfach kein Rankommen für sie ist, weil ich es leid bin, zu sprechen – zu erklären, was ich nicht erklären kann. Und für die anderen bin ich die naive, aufopfernde, anschmiegsame und fast bettelnde Liebende. Vor ihnen stehe ich dann und nutze, ohne etwas dagegen tun zu können, jedes Wort ihrer Ablehnung als Klinge, um ihnen vor ihren Augen ein weiteres Stück meines Herzens herauszuschneiden, um es ihnen auf dem Silbertablett zu präsentieren. Das macht ihnen Angst und bewirkt, dass sie vor mir weglaufen, weil sie mir nicht im Ansatz geben können, was dem, was ich ihnen biete, gerecht wird.

Aber in erster Linie sehne ich mich nach dem „Leben“. Sei es dieser Mensch oder eine andere Sache, die es ausfüllt. Mir ist trotz der häufigen Überforderung so unsagbar langweilig, dass ich fast wahnsinnig werde! Ich glaube aber, dass ich noch eine Menge Geduld aufbringen muss, um diesen Punkt zu überwinden. Die einen nennen es „mit sich selbst im Reinen sein“, die anderen „zur inneren Mitte finden“. Nun – ich halte sowohl Reinigunsmittel, wie auch Navi bereit! Nur bisher führt es mich hin und wieder auf den falschen Weg – bleibt zu hoffen, dass ich immer wieder auf den richtigen Weg zurück finde und irgendwann ans Ziel komme…

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