Hallo Seelenfrieden – wie lange bleibst du dieses Mal?


Aus irgendeinem Grund scheint es schwer zu fallen, etwas aus dem Leben zu berichten, wenn man einfach zufrieden ist. Vielleicht nicht unbedingt glücklich. Aber auch nicht unglücklich. Dann hört man auf, nachzudenken. Der Gedankenapparat scheint praktisch nicht zu funktionieren, wenn man nichts hat, worüber man sich aufregen kann, was einen traurig macht. Keine bohrenden Fragen „Warum?“ „Was hab ich falsch gemacht?“ „Was kann ich tun?“ „Wie kann ich das jetzt in Ordnung bringen?“
Ich finde, das zeigt auf eine Weise, wie undankbar wir sind. Warum schreiben wir nicht jeden Tag, den wir unter den vielen unglücklichen, einfach mal zufrieden sind, Lobeshymnen darüber? Müssten wir nicht jeden Tag dankbar sein und aller Welt zeigen, wie schön das Leben gerade ist? Das geht aber wiederum nur, wenn wir verliebt sind. Wenn wir das Gefühl haben, die Welt umarmen zu wollen und so glücklich sind, dass wir das Gefühl haben, das Herz will uns aus der Brust springen.
Aber wenn wir einfach nur zufrieden sind… Kommt nichts. Keine Gefühlsregungen, die wir den anderen berichten wollen. Alles scheint etwas weniger bedeutungsvoll. Fast langweilen wir uns, weil nichts passiert, womit wir unseren Geist beschäftigen können. Nichts, wogegen wir ankämpfen können, nichts, wovon wir uns ablenken müssen. Wir haben den Kopf frei für die wesentlichen Dinge. Aber sie berühren uns nur selten.

Ich glaube, ich sollte diese ruhige Zeit, solange ich kann, genießen. Und das hier ist meine Danksagung an meinen Seelenfrieden, den ich solange auskosten werde, wie ich kann! Bis der Stress der Arbeit ihn wieder nieder malmt, irgendein Mann mir die innere Ruhe stiehlt und ich als Nervenbündel in meinem Bett liege und mich bohrend frage, wie ich wieder zu diesem Punkt zurückkehren kann.

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4 responses to “Hallo Seelenfrieden – wie lange bleibst du dieses Mal?”

  1. TheLemming says :

    Ist doch normal. Man nimmt nur stark gefärbte Dinge wahr. Die einen (negativen?) verdrängt man, die anderen (positiven?) werden auf ewig aufgefächert und aufgeplustert. Doch alles dazwischen versickert von selbst.

    Daher kommt doch sicherlich auch die „goldene Regel“, dass man bei Tisch ruhig ist. Wenn es wirklich außergewöhnlich gut ist – freut man sich über das Lob; wenn es katastrophal schlecht ist sieht man es und erntet vielleicht noch Schelte – aber generell lernt man (als Koch) zufrieden zu sein, wenn man – nichts – hört.

    Vielleicht sollte man das als Maßstab einführen?
    In der Politik ist es doch schon lange so – weniger Menschen gehen wählen – also muss es ja wohl passen, oder?

  2. Babel says :

    Entweder muss man den Seelenfrieden stetig steigern oder ihn immer auf und ab wandern lassen. Denn nur wenn wir wissen wie es ist sich schlecht zu fühlen wissen wir wann es uns gut geht.

    Ist das jetzt ein bischen zu realistisch zu wissen dass es nicht immer gut sein kann, und zu optimistisch dieses zu mögen?

    naacht 😉

  3. sebastian says :

    für son paar Tage krieg ich das immer hin, mit dem Genießen. Aber auf die Dauer ist das ja leider nicht das Wahre, irgendwas findet man ja immer, worüber man sich beschweren kann. Egal wie nichtig das ist.
    Der Mensch ist halt ein dummes Tier 😉

  4. paliurus says :

    Es gibt ja welche, die mussten erst richtig schrecklich alt werden, bevor sie das mit dem „sich einfach so freuen“ hinbekamen.
    (Einfachmalstehembleiber der die Wolken bestaunt oder die Natur und sich sehr daran erfreuen kann.)
    Um sich über die Menschen und ihre manchmal gar sehr blöden Taten trotzdem freuen zu können brauchts viel Gelassenheit. Die fehlt mir noch zu oft.

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