Archive | Februar 1, 2011

Hallo Seelenfrieden – wie lange bleibst du dieses Mal?


Aus irgendeinem Grund scheint es schwer zu fallen, etwas aus dem Leben zu berichten, wenn man einfach zufrieden ist. Vielleicht nicht unbedingt glücklich. Aber auch nicht unglücklich. Dann hört man auf, nachzudenken. Der Gedankenapparat scheint praktisch nicht zu funktionieren, wenn man nichts hat, worüber man sich aufregen kann, was einen traurig macht. Keine bohrenden Fragen „Warum?“ „Was hab ich falsch gemacht?“ „Was kann ich tun?“ „Wie kann ich das jetzt in Ordnung bringen?“
Ich finde, das zeigt auf eine Weise, wie undankbar wir sind. Warum schreiben wir nicht jeden Tag, den wir unter den vielen unglücklichen, einfach mal zufrieden sind, Lobeshymnen darüber? Müssten wir nicht jeden Tag dankbar sein und aller Welt zeigen, wie schön das Leben gerade ist? Das geht aber wiederum nur, wenn wir verliebt sind. Wenn wir das Gefühl haben, die Welt umarmen zu wollen und so glücklich sind, dass wir das Gefühl haben, das Herz will uns aus der Brust springen.
Aber wenn wir einfach nur zufrieden sind… Kommt nichts. Keine Gefühlsregungen, die wir den anderen berichten wollen. Alles scheint etwas weniger bedeutungsvoll. Fast langweilen wir uns, weil nichts passiert, womit wir unseren Geist beschäftigen können. Nichts, wogegen wir ankämpfen können, nichts, wovon wir uns ablenken müssen. Wir haben den Kopf frei für die wesentlichen Dinge. Aber sie berühren uns nur selten.

Ich glaube, ich sollte diese ruhige Zeit, solange ich kann, genießen. Und das hier ist meine Danksagung an meinen Seelenfrieden, den ich solange auskosten werde, wie ich kann! Bis der Stress der Arbeit ihn wieder nieder malmt, irgendein Mann mir die innere Ruhe stiehlt und ich als Nervenbündel in meinem Bett liege und mich bohrend frage, wie ich wieder zu diesem Punkt zurückkehren kann.

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