Wohin? Woher? Wonach – und wozu? Herzlich Willkommen im Nirgendwo


Wo ist das Ziel, was ist der Sinn? Oder eher was ist das Ziel und worin liegt der Sinn?
Es gibt nicht nur einen feinen, sondern sogar einen ziemlich großen Unterschied zwischen diesen beiden Fragestellungen. Wer einmal über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit hatte, sich lang und breit Gedanken über Zukunft, Vergangenheit und die offensichtlich verkorkste Gegenwart zu machen, wird sie ganz sicher zu unterscheiden wissen.
Nicht WO ist das Ziel, sondern WAS setzen wir uns selbst als Ziel ist die schwere Entscheidung, die man nicht nur am Anfang seines Lebens und auch nicht nur einmal zu fällen hat.
Ist das Ziel meiner Eltern, meiner Familie und allen, die mir in meiner Kindheit als Vormund gedient haben, auch mein vorbestimmtes Ziel? Bin ich verpflichtet dieses auch noch in den Augen zu behalten, wenn ich längst nicht mehr gewillt bin wegen meiner Probleme, Sorgen und Ängste mit ihnen zu sprechen, sondern längst allein damit fertig zu werden versuche – weil ich ja erwachsen werde…
Oder sind vielleicht die Ziele von Freunden, die Ziele, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn sie von ihren Plänen, Erfahrungen und Wünschen erzählen, die richtigen für mich? Leider meistens nicht. Die Vorstellung der Erfüllung, wenn ich alten Menschen in einem Pflegeheim helfen kann, ist ehrenwert und bewundernswert – aber nicht für jeden eine Vorstellung von Glück. Vielleicht reicht es mir ja auch jeden Tag zu Hause auf meinen Mann zu warten, bis er von Arbeit kommt. Ihn nach seinem Tag zu fragen, Essen für ihn zu kochen, ihn zu bemuttern und einfach glücklich zu sein, wenn ich ihn glücklich machen kann.
Oder bin ich doch viel glücklicher, wenn ich mich um niemanden außer mich selbst sorgen muss, keine Rücksicht auf jemand anderen bei meinen Entscheidungen und Wünschen nehmen muss? Wenn ich Bestätigung durch meine gute Arbeit bekomme und guten Sex für mein Aussehen?

Was ist denn überhaupt wichtig im Leben? Glücklich sein oder froh sein, jeden Tag Essen zu haben? Ich glaube nicht, dass jedem da draußen bewusst ist, wie es ist, nicht zu wissen, ob man das immer haben wird. Selbst – oder gerade – in Zeiten von Hartz IV ist man keinesfalls vorm Hungern geschützt. Klingt dramatisch – ist es auch, wenn man weiß, dass es gleich nebenan und nicht irgendwo in Afrika Menschen gibt, die mehr ums Überleben als um Statussymbole und Zufriedenheit kämpfen. Und dass es oft intelligente und herzensgute Menschen sind, lässt einen an der Gesellschaft wohl am meisten zweifeln. Die Guten haben schlicht verloren. Wer nicht bereit ist rücksichtslos und egoistisch zu sein, wird selten weit kommen… Ist die Frage, ob ich damit leben kann. Wenn diese Menschen mit dem schlechten Gewissen glücklich werden können, dann sind sie für mich jedenfalls nicht zu bewundern.
Ich halte hier aber keine Predigt, sondern stehe einfach nur vor der Entscheidung.
Jeder Mensch ist anders, manche haben Glück, andere immer wieder Pech und jeder muss einen Weg finden, mit dem er glücklich ist.
Fest steht, dass man alleine ist. Immer. Es wird nie einen Menschen geben, der einem mehr als Ratschläge und Unterstützung geben kann. Und das ist wirklich viel! Aber es wird niemand für einen leben. Und man wird immer das Gefühl haben, die anderen wüssten mehr als man selbst und sie hätten es leichter. Ob das nun so ist oder nicht. Man kann nur immer tun, was in der eigenen Macht steht. Wenn das dann schlechter ist als das Leben der anderen, dann muss man damit leben – oder eben nicht.
Und damit kommen wir schlussendlich noch zur Frage nach dem Sinn – aber nicht „was ist der Sinn des Lebens“. Sondern lediglich worin sehe ich den Sinn in meinem eigenen Leben. Entschuldigung, aber die Frage ist wohl schwierig genug – woher soll ich da noch eine Antwort für allen anderen haben?

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One response to “Wohin? Woher? Wonach – und wozu? Herzlich Willkommen im Nirgendwo”

  1. tinosaurus says :

    guter tobak. ich hatte mal den gedanken,dass der sinn des lebens darin besteht (wie du auch schon sagtest) sich eigene aufgaben,herrausforderungen,prüfungen und zielen zu stellen. es gab einige mal ansätze indem ich dachte „das ist meine bestimmung“ welche doch von der gegenseite widerrufen und zerstört wurde.

    dennoch bleibt die frage immer offen.

    😉

    cheers

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