Archive | Dezember 2010

Man lernt nie aus… aber aus Fehlern


Das Jahr 2010 ist nun auch bei mir, wie auch bei euch, in wenigen Stunden Geschichte. Ob ich das nun gut finde oder nicht – es ist an der Zeit einen Blick zurückzuwerfen. Und auch, wenn ich eher der Typ bin, der sich vornimmt Dinge zu ändern, sobald sie schief gelaufen sind, ist es in der Euphorie des Jahreswechsels und guter Vorsätze-Schmiedens ein wenig ansteckend und verleitend zusammenzufassen, auszuwerten, vorzunehmen und zu wünschen.

Zusammengefasst: Dieses Jahr war anders!! als alle bisherigen. Logisch. Ist es immer. Aber es gibt manche Jahre, die zu einer trüben zähen Masse zusammenfließen und sich nicht voreinander unterscheiden lassen, wenn man sich an vergangene Ereignisse erinnert. Dieses Jahr nicht. Dieses Jahr war mit Sicherheit das Schlimmste – sicher nicht das Schlimmste, was mich in meinem weiteren Leben erwarten wird, aber dennoch eines, dass es gilt auszuwerten und zu überdenken. Eine Wiederholung wäre absolut fatal.
Aber die in starkem Kontrast stehenden und besonders schwerwiegenden guten Dinge, die ich dieses Jahr erfahren habe, geben mir allen Grund, mir Ziele zu stecken, die es zu erreichen gilt. Ganz vorn auf der Liste steht gesund werden… Und die nächste Zeit, vor der ich wirklich ehrlich Angst habe, zu überstehen. Ich weiß nicht, was mich erwartet… Aber ich weiß, dass die Arbeit allein schwer sein wird. Ich hätte es gern anders gelöst, aber an einem gewissen Punkt muss man sich eingestehen, dass man keine Wahl hat.

Ich habe dieses Jahr so etwas wie eine neue „Spezies Mensch“ kennengelernt 😉 Bisher habe ich nie Erfahrungen mit solchem Egoismus, solcher Kälte, Rücksichtslosigkeit und Gewissenlosigkeit gemacht – und wohl deshalb die Erfahrungen gemacht. Ich habe immer blind vertraut. Ich habe immer an das Gute im Menschen geglaubt – aber dieses Jahr bin ich gleich mehrmals volles Rohr in die Realität geschlittert! Nicht, dass ich vorher nie enttäuscht wurde… Aber ich musste noch nie daran zweifeln, wegen mir als Mensch gebraucht zu werden und nicht als „Ersatz“ als „Mittel zum Zweck“ oder schlicht zur Ablenkung und sogar Projektion des eigenen Frusts auf andere.

Nehme mir also vor: nicht aufzuhören, zu vertrauen. Ist die nich ganz klar, denkt ihr jetzt? Aber wenn man das nicht mehr kann, dann macht so ziemlich alles keinen Sinn mehr. Aber ich höre auf blind zu vertrauen. Und ich höre auf, zweite Chancen zu vergeben. So muss ich an dieser Stelle auch niemandem dafür danken, dass ich eine schöne Zeit hatte, wenn ich danach wegen ihnen eine verschissen schlechte Zeit hatte. Aber ich kann mich trotzdem reuelos daran erinnern und mir tut nichts leid. Dinge zu bereuen, nur weil sie einen schlechten Ausgang hatten, ist vergleichbar falsch, wie das Vertrauen zu verlieren. Denn wenn man das Vertrauen in andere verliert, verliert man eigentlich nur das Vertrauen in einen selbst.

Bleibt nur noch zu Wünschen: Dass ich ein bisschen Glück habe, dass ich mit eigener Kraft nutzen und damit für mich selbst ein paar schöne Dinge bauen kann, die mir kein anderer geben oder schenken könnte. Ich wiederhole mich: Niemand lebt dein Leben für dich. Hilfe kannst du reinen Gewissens annehmen, wenn sie dir angeboten wird. An dieser Stelle zu stolz zu sein oder sich gar zu schämen, wäre ein großer Fehler. Denn du musst immer einen Teil selbst fertig bringen, du wirst es im Endeffekt also immer selber geschafft haben.

Und nun noch eine kleine Wahrheit aus dem Jahr 2010: Menschen, denen es um dich geht und nicht um sich selbst, werden dir treu bleiben, egal wie weit sich dein Weg von ihrem entfernt…

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Ich kenne dich…


Ich hab dich nich nie gesehen
– aber ich kenne dich.
Ich weiß nicht, wer du bist
wie du sprichst, wie du riechst
– aber ich kenne dich.

Ein Urgefühl, dass mich mit dir verbindet.
Nur ein Gefühl.
Nicht groß,
nicht drängend,
nicht deutlich.
– aber ich kenne dich.

Du bist mir vertraut.
Du kennst mich.
Du siehst mich so, wie ich bin.

Ich weiß nicht, wo du bist
Ich weiß nicht, wann ich dich treffe.
Aber wenn ich dich sehe
werde ich dich erkennen.
Sofort.

Ich werde wissen, dass du es bist,
denn ich kenne dich.

Und du kennst mich.

-Du bist meine Hoffnung

Wohin? Woher? Wonach – und wozu? Herzlich Willkommen im Nirgendwo


Wo ist das Ziel, was ist der Sinn? Oder eher was ist das Ziel und worin liegt der Sinn?
Es gibt nicht nur einen feinen, sondern sogar einen ziemlich großen Unterschied zwischen diesen beiden Fragestellungen. Wer einmal über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit hatte, sich lang und breit Gedanken über Zukunft, Vergangenheit und die offensichtlich verkorkste Gegenwart zu machen, wird sie ganz sicher zu unterscheiden wissen.
Nicht WO ist das Ziel, sondern WAS setzen wir uns selbst als Ziel ist die schwere Entscheidung, die man nicht nur am Anfang seines Lebens und auch nicht nur einmal zu fällen hat.
Ist das Ziel meiner Eltern, meiner Familie und allen, die mir in meiner Kindheit als Vormund gedient haben, auch mein vorbestimmtes Ziel? Bin ich verpflichtet dieses auch noch in den Augen zu behalten, wenn ich längst nicht mehr gewillt bin wegen meiner Probleme, Sorgen und Ängste mit ihnen zu sprechen, sondern längst allein damit fertig zu werden versuche – weil ich ja erwachsen werde…
Oder sind vielleicht die Ziele von Freunden, die Ziele, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn sie von ihren Plänen, Erfahrungen und Wünschen erzählen, die richtigen für mich? Leider meistens nicht. Die Vorstellung der Erfüllung, wenn ich alten Menschen in einem Pflegeheim helfen kann, ist ehrenwert und bewundernswert – aber nicht für jeden eine Vorstellung von Glück. Vielleicht reicht es mir ja auch jeden Tag zu Hause auf meinen Mann zu warten, bis er von Arbeit kommt. Ihn nach seinem Tag zu fragen, Essen für ihn zu kochen, ihn zu bemuttern und einfach glücklich zu sein, wenn ich ihn glücklich machen kann.
Oder bin ich doch viel glücklicher, wenn ich mich um niemanden außer mich selbst sorgen muss, keine Rücksicht auf jemand anderen bei meinen Entscheidungen und Wünschen nehmen muss? Wenn ich Bestätigung durch meine gute Arbeit bekomme und guten Sex für mein Aussehen?

Was ist denn überhaupt wichtig im Leben? Glücklich sein oder froh sein, jeden Tag Essen zu haben? Ich glaube nicht, dass jedem da draußen bewusst ist, wie es ist, nicht zu wissen, ob man das immer haben wird. Selbst – oder gerade – in Zeiten von Hartz IV ist man keinesfalls vorm Hungern geschützt. Klingt dramatisch – ist es auch, wenn man weiß, dass es gleich nebenan und nicht irgendwo in Afrika Menschen gibt, die mehr ums Überleben als um Statussymbole und Zufriedenheit kämpfen. Und dass es oft intelligente und herzensgute Menschen sind, lässt einen an der Gesellschaft wohl am meisten zweifeln. Die Guten haben schlicht verloren. Wer nicht bereit ist rücksichtslos und egoistisch zu sein, wird selten weit kommen… Ist die Frage, ob ich damit leben kann. Wenn diese Menschen mit dem schlechten Gewissen glücklich werden können, dann sind sie für mich jedenfalls nicht zu bewundern.
Ich halte hier aber keine Predigt, sondern stehe einfach nur vor der Entscheidung.
Jeder Mensch ist anders, manche haben Glück, andere immer wieder Pech und jeder muss einen Weg finden, mit dem er glücklich ist.
Fest steht, dass man alleine ist. Immer. Es wird nie einen Menschen geben, der einem mehr als Ratschläge und Unterstützung geben kann. Und das ist wirklich viel! Aber es wird niemand für einen leben. Und man wird immer das Gefühl haben, die anderen wüssten mehr als man selbst und sie hätten es leichter. Ob das nun so ist oder nicht. Man kann nur immer tun, was in der eigenen Macht steht. Wenn das dann schlechter ist als das Leben der anderen, dann muss man damit leben – oder eben nicht.
Und damit kommen wir schlussendlich noch zur Frage nach dem Sinn – aber nicht „was ist der Sinn des Lebens“. Sondern lediglich worin sehe ich den Sinn in meinem eigenen Leben. Entschuldigung, aber die Frage ist wohl schwierig genug – woher soll ich da noch eine Antwort für allen anderen haben?