Archive | November 2010

"The simple Sex"


Ein One-Night-Stand. Ein Fick auf dem Klo oder im Gebüsch vor dem Club. Liegt es an zu wenig Alkohol oder fehlenden anderen „Genußmitteln“, dass ich nichts davon bisher getan hab? Wie lange ist es her, dass ich mich auf Party mit einem wildfremden Typen rumgeknutscht habe? Und wie oft kam das vor? Wenn ich mal grob überschlage war das… auch egal.
Ist das etwas, wofür ich mich schämen muss? Habe ich etwas ekstatisch Großartiges verpasst in meinem Leben? Bin ich einfach zu schüchtern, vielleicht zu prüde oder schlicht zu anständig? Ich meine, im Hinterkopf bleibt immer der Gedanke an die „billige Schlampe“. Ich muss ja schließlich bedenken, dass ich in einer 500.000 Einwohner „kleinen“ Stadt lebe, in der ich seit 6 Jahren auf die gleichen Partys gehe. (Naja Entschuldigung – als hätte ich eine Wahl!…) Und ich möchte mir die Freiheit lassen, ohne Sonnenbrille und Perücke vor die Tür gehen zu müssen, wenn ich den Müll rausbringe.

Vielleicht bin ich aber auch einfach zu anspruchsvoll bei dieser Sache. Womöglich sollte ich mein Entsetzen nicht so offensichtlich im Gesicht tragen, wenn mir im Vorbeigehen ein „Na du Mäuschen“ ans Ohr dringt. Einfacher für die Männer wär`s wohl auch, wenn ich nicht immer gleich in Gelächter ausbreche, wenn ein offensichtlich interessierter Typ sein Gemächt in unrhytmisch kreisenden Bewegungen an meinem Hintern reibt und an meiner Freundin den „Und du bist jetzt meine Stripstange“-Tanz vollführt. Es geht ja um Sex! Sie sind ja damit schon auf dem richtigen Weg. Und es ist doch schließlich auch billiges, wortloses Rein-Raus, was ich erwarte. Glaube ich. Also – das macht so einen Quickie ja aus, oder?
Aber wie ist das eigentlich – ist man bei (also vor) so einer Sache eigentlich gefordert Small-Talk zu halten? Das kann ich nämlich nicht. Ich frage niemanden Dinge, die mich nicht interessieren, wie „Was sagst du zum Wetter heute? Ist dein Penis bei dieser Kälte auch immer 2 Nummern kleiner, wie der von meinem Ex?“ Nein, ehrlich – ich bin da sehr schlecht drin. Mir Fragen auszudenken, die Interesse zeigen, wenn mich die Person mir gegenüber nicht interessiert liegt mir nicht. Ist dann aber vielleicht auch nicht unbedingt die richtige Person für eine „seufzende Vereinigung“…
Andersherum – wenn dann wirklich mal einer vor mir steht, der mich innerlich nach einer dunklen Ecke schreien lässt mit der Vorstellung seiner Hände überall auf mir – dann bekomme ich kein Wort heraus, aus Angst, ich könnte statt einer angebrachten Frage eine von den Fragen stellen, die mir wirklich durch den Kopf gehen „Könntest du beim Reden ein Stück näher an mich herantreten? Ich möchte testen, ob ich durch reine Gedankenübertragung eine Errektion erschaffen kann!“
Oder wäre das sogar angebracht? Ich meine, heißt es nicht, viele Männer stehen auf direkte Frauen? Und zur Not kann ich ja noch sagen „Hahaha – das war ein Witz. Ich habe einen sehr flachen Humor, wenn ich zu wenig getrunken habe, musst du wissen“.

Ich glaube, bevor ich nicht so viel getrunken habe, dass ich mich selber nicht mehr verstehe, ist so eine Sache wohl für mich nicht möglich. Vorausgesetzt, es ist nicht wichtig, dass ich denjenigen dann noch verstehe… Alkohol hat bei mir nämlich die unangenehme Nebenwirkung, dass ich nur noch Gebrabbel verstehe, wenn ich mich bei lauter Musik unterhalte. Das Gespräch verläuft dann meist so: „Arrib neherter urggruukkk“ „Hä?“ „grschlihsdg jskfjd fgeiu“ „Sorry, ich hab`s immernoch nicht verstanden! Kchihihi“ „Ich hab gesagt: gjkgh jdsfao kdjfhkjji“ -Schulterzucken „Ich bin total betrunken hihihi“.
Kommt dann wohl darauf an, wer mit einer Scheintauben ne Nummer schieben will.

Wenn das mit der schnellen Nummer je was werden soll, müsst ihr Männer das wohl in die Hand nehmen. Im Flirten bin ich eh eine Katastrophe – wenn ich dich einmal angelächelt habe, schaue ich nie wieder hin! Aus Gründen.
Also: Macht mir einfach ein unmoralisches Angebot und achtet auf meine Reaktion: Wenn ich anfange hysterisch zu kichern, gehst du wohl lieber, es sei denn du kannst, wenn ich die ganze Zeit dabei lache. Wenn ich aber stumm mit großen Augen und leuchtend roten Wangen im Erdboden versinken will, wirf mich einfach über die Schulter und nimm mich mit zu dir nach Hause.

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Zeit für ein kleines Lächeln und einen Arschtritt!


Kleiner Zwischenstopp – ein Stück Privat. Es geht bergauf! „Und überhaupt – scheiß auf Melancholie!“

Jeden Tag ein kleines Lächeln mehr, dass ich übrig habe, jeden Tag eine kleine Geste, die ich anderen schenken kann um sie glücklich zu machen und jeden Tag ein Stückchen mehr Lebensfreude und Freude an dem, was ich kann und was ich tue.
Das ist sicher noch nicht das Leben, dass ich führen könnte, aber verdammt – ich weiß wieder wer ich bin. Und was ich kann.

Der Trick? Scheiß auf die Menschen, die sich nicht melden, sich nicht um dich kümmern und die es nicht kümmert, dass du dich um sie kümmern willst. Ist das meine Aufgabe? Nein. Wer Hilfe braucht, muss fragen und wer`s nicht tut, dem ist schlichtweg nicht zu helfen. Und sowieso – seit wann interessieren mich die kläglichen Versuche untalentierter Leute „berühmt“ zu werden? Sollten erstmal versuchen ihr Leben rund um eine Internet-Plattform auf die Reihe zu bekommen anstatt sich an diversen Besucherzahlen und Followern aufzugeilen, die ihnen was genau bringen? Richtig – absolut rein gar nichts.
Ich verdiene dann doch lieber ein bisschen Geld mit dem, was ich kann. Genau – ich gehe Anschaffen! -Hättet ihr wohl gern. Aber Kopfkino ist die halbe Miete.

Und überhaupt – scheiß auf Melancholie. Ab sofort gilt wieder: Ich lache – dir mitten in die Fresse rein!

Verletzungsgefahr


Freundschaft ist,…

Was ist Freundschaft für euch? Wenn ihr euch darauf verlassen könnt, dass jemand da ist, wenn ihr ihn braucht? -Mit Sicherheit ist das die meist gegebene Antwort auf diese Frage. Aber würdet ihr auch sagen „Ein Freund ist ein Mensch, für den ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen würde, um ihn glücklich zu sehen“ Und Euch dabei bewusst ist, dass ihr die Energie, die ihr in diesen Menschen steckt, in dieser Form nicht zurückbekommen werdet. Und ihr tut es trotzdem – gerne?
Es gibt einen Unterschied zwischen Befreundet sein und Freundschaft. Der Unterschied liegt darin, ob man Freunde hat oder auch ein Freund ist!
Ein Freund ist jemand, der Zuneigung empfindet, ohne Besitzansprüche zu stellen.
Der sich für Erfolge des anderen freut, ohne dabei an seine eigenen Zwecke zu denken.
Ich frage mich, wie viele von euch jetzt von sich selbst sagen können, dass sie ein guter Freund sind.
Glücklich schätzen darf sich, wer auch nur einen solchen Freund hat!

Leider gibt es nie eine Garantie, dass ein solcher Freund zu sein auch bedeutet, einen solchen Freund zu haben. Oft stecken wir Energien in die Visionen anderer Menschen, in der Hoffnung, wenigstens Vertrauen als Dankeschön zu bekommen… Man gibt seine eigene verletzlichste Seite preis, weil man ja schließlich gezeigt hat, dass uns viel am anderen liegt und man uns im Gegenzug auch vertrauen kann.
Und oftmals wiegen wir dann Dinge, die uns preisgegeben werden viel schwerer, als sie wirklich sind. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es Lapalien im Vergleich zu unseren eigenen offen gezeigten Schwächen sind.

Und wenn man Pech hat, gerät man an scheinbar so egoistische Menschen, die einen als Sündenbock missbrauchen und einen schlicht als Ausrede für eigene oder sogar Fehler anderer nutzen und verantwortlich machen. Und weil man scheinbar der einzige Mensch ist, den sie mit ihrer Wut treffen können, lassen sie sie an einem aus und das eigene Vertrauen bricht einem das Genick. Die intimsten Ängste werden als Waffe genutzt. Und für was? Genugtuung? Das Gefühl von Macht, weil sie selbst gerade machtlos zuschauen müssen, wie das eigene Leben an ihnen vorbeizieht? Rache? Für das, was ihnen andere angetan haben?

Man fragt sich schon, ob man zu dumm war, das kommen zu sehen. Aber was für ein schwacher Mensch ist man denn, wenn man nicht vertrauen kann?
Skepsis ist ein Zeichen von Schwäche. Wer Angst davor hat, verletzt zu werden, wird nie wirklich glücklich sein können. Oder einfach „No risk, no fun!“